Kein Platz für Werbebotschaften? Trends und Perspektiven im Online-Marketing
In Zukunft dreht sich auch in der Werbung alles um den Einsatz von Social Media, denn das Web 1.0 erfährt keine Updates mehr. Dem widmete sich auch Jürgen Seitz, Leiter Produkte, United Internet Media mit seinem Vortrag „Die Marketing-Musik der Zukunft spielt in den digitalen Welten“. Dabei komme vor allem darauf an, kurzfristiges Hypes von echten Trends in der digitalen Entwicklung zu unterscheiden. Als wirkliche Marketing-Treiber sieht er die crossmediale Medienlandschaft via Internet, weiterhin gestützt durch Radio, Events, TV, Kino und Printmedien. Das Leitmedium Nummer Eins bleibe auch in der digitalen Zukunft das Fernsehen.
Markus Krämer, Vorstand synergetic AG (Full- Sevice ICT-Agentur) stellte den Avatar Sam vor, der zur virtuellen (Kunden-)Beratung bei der Samsung Electronics GmbH eingeführt wurde. Die dunkelhaarige Sam ist europäischer Abstammung und hilft als Ansprechpartnerin bei allen Fragen. Mit diesem spielerischen Ansatz schafft Samsung eine kundengerechte und kundenbindende Ansprache. Zudem wurde eine zeitunabhängige und hochwertige Beratung erreicht, denn Sam verfügt neben dem Basiswissen zu Samsung, über funktionelles Wissen (Website Support, Kundengespräch), Expertenwissen (Produkte, Technologien, Service) und ist auch in der Lage Smalltalk zu führen.
Der Geschäftsführer von Value Mountain Media, Markus Willnauer, erläuterte den Paradigmenwechsel von klassischer Werbung (Senden von Werbebotschaften, ohne Feedback zu erhalten) zu Buzz & Viral Marketing mit Konsumenten als Multiplikatoren. Dabei komme es insbesondere auf die Fähigkeit, zuhören zu können an. Immer wieder skizzierte er im Laufe seines Vortrages „Buzz & Viral Marketing: Welche Wege führen zum Erfolg?“ seine Sicht, worauf es bei einer Karriere im Online-Bereich ankommt: Persönlichkeit entwickeln und sich mit Leidenschaft weiterentwickeln.
Nur ein Klick zur Konkurrenz – (Wie) Funktioniert Kundenbindung im Netz?
Rouven Riexinger, Leiter Database Marketing bei Burda Direct Interactive erläuterte die Online-Strategie des Internetportals freundin. Über den Webauftritt sollen neue Leser für die Zeitschrift freundin gewonnen werden. Burda setzt dazu auf E-Mail-Marketing. Mit Hilfe einer umfassenden Datenbank (etwa 1,2 Millionen E-Mail-Adressen) werden gezielt Newsletter versandt und Kampagnen gesteuert. In diesem Zusammenhang stellte Riexinger auch das Berufsbild des E-Mail-Marketing-Managers vor, der neben dem Adressmanagement auch die Kampagnensteuerung, das Contentmanagement und das Reporting verantwortet.
Wie sich Nutzer am Monitor fesseln lassen zeigte Jörg Rensmann, Geschäftsführer bei infoMantis. Getreu dem Motto „Online-Marketing ohne Spam!?“ erklärte er den Einsatz von Bildschirmschonern als Werbeträger. Die technische Grundlage der Bildschirmschoner bilden RSS-Feeds, die die meisten Enduser jedoch nicht mehr als solche wahrnehmen. Die herunterladbaren Bildschirmschoner lassen sich unternehmensspezifisch gestalten und können individuell angepasst und aktualisiert werden. Die Klicks auf beispielsweise aktuelle Meldungen lassen sich wie bei Newslettern verfolgen. Eine Eyetracking-Studie ergab jedoch wesentlich höhere (ungestützte) Erinnerungswerte als bei Newslettern, die häufig ungelesen gelöscht werden.
Der Gründer des Web-2.0-Online-Handels Sonntagmorgen Kaffee, Till Achinger erklärte wie Kundenbeziehungen per Social Media funktionieren. Seine Kundenbindungsstrategie lautet: Social Media first! Denn mit „Web Zwonull“ änderte sich die Kundeneinstellung. Diese Änderungen machen neue Kundenansprachen möglich. Sonntagmorgen Kaffee verfolgt Kundenbindung auf emotionaler Ebene durch Personalisierung mittels Twitter, Blogs etc. Die Reichweite solcher Tools sei zwar minimal, für kleine Unternehmen aber können die Multiplikatoreffekte durch zufriedene Kunden bemerkenswerte Erfolge erzielen. Dennoch resümiert Achinger: „Web 2.0 ist keine Kampagne... und außerdem nicht alles“.
